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13Apr

Hohe Dichte = niedrige Lebensqualität?

Im Zuge der Diskussion um das Baugebiet “Höhe” (die Badische Zeitung hat berichtet) hat ein Gemeinderatskollege in einer Diskussion bei Facebook die These “Hohe Dichte = niedrige Lebensqualität!” aufgestellt. Leider ohne bislang irgendwelche Fakten zu liefern. Damit befindet er sich in guter Gesellschaft von SPD, CDU, Freien Wählern und FDP, die in ihrem Antrag auf Ausweitung des Baugebiets Höhe unter anderem schreiben:

Studien zeigen außerdem, dass zu enges Wohnen erhebliche psychische und gesundheitliche Belastungen auslöst.

Leider konnten mir die entsprechenden Studien seitens der Antragsteller nicht benannt werden, genannt wurden mir lediglich einige Zeitungsbeiträge zu Erkenntnissen aus der Hirnforschung, die zeigen, dass Großstadtbewohner eher psychisch krank sind verglichen mit Menschen vom Lande. Nun: Mit engem Wohnen hat das erstmal garnichts zu tun – den Großstädte unterscheiden sich auch sonst ganz massiv vom platten (oder bergigen) Land. Dass sich die “Steigerung des Nervenlebens” (Simmel) auch in psychischen Krankheiten manifestiert, ist nicht wirklich überraschend. Sonderlich seriös finde ich es jedenfalls nicht, mit “Studien” zu argumentieren, die es so garnicht gibt.

Wie sieht es in Freiburg aus?

Nachdem ich im Netz auch nichts zur Frage des Zusammenhangs von Dichte und Lebensqualität gefunden habe, habe ich mal geschaut, was seitens der Stadt so an Datenmaterial vorliegt, was zur Klärung der Frage beitragen könnte.  Die folgenden Daten sind aus dem Sozialbericht 2010, den Ergebnissen der Bürgerumfrage 2010 sowie aus dem Statistischen Jahrbuch 2011. Über FRITZ – Online-Statistik sind die Daten auch auffindbar.

Fangen wir bei der Dichte an: Wie können wir diese operationalisieren? Es bietet sich an, hier die Zahl der Einwohner pro Hektar zu nehmen, diese Zahl findet sich in der Städtischen Statistik. (Hingewiesen werden muß hier aber, dass diese Zahl nicht ganz unproblematisch ist: Denn die Stadtteile unterschieden sich z.B. auch in der Anzahl der Fläche, die für Gewerbe genutzt wird, das könnte zu einer Verzerrung führen, so dass vielleicht einige Stadtteile “dichter” sind als es den Anschein hat) Freiburgs Stadtteile unterscheiden sich ihrer Dichte nach sehr – von eher dörflich geprägten Bereichen (insbesondere die Tunibergortschaften) bis hin zu Vierteln, die dicht besiedelt sind – am dichtesten das Vauban, ziemlich dicht auch das Alt-Stühlinger mit seiner Blockrandbebauung und die Oberau.
Lebensqualität zu operationalisieren ist schwierig. In der Bürgerumfrage 2010 wurde aber explizit und differenziert nach der Zufriedenheit mit der eigenen Wohnsituation gefragt, darunter auch nach der “Zufriedenenheit mit der Gestaltung des Wohnumfeldes”. (Auch hier ein Disclaimer: Das war eine schriftliche Befragung, die Fallzahlen in den einzelnen Quartieren sind nicht allzu hoch). Verglichen mit anderen Fragen scheint mir das noch am ehesten als Indikator für Lebensqualität im Kontext der Frage nach einem Zusammenhang von Dichte und Lebensqualität brauchbar zu sein. Denn einen Zusammenhang zwischen hoher Dichte und einer Unzufriedenheit mit der Gestaltung des Wohnumfelds ist ja nicht unplausibel, wenn hohe Dichte z.B. als “Käfighaltung” wahrgenommen wird.

Ergebnisse: Kein erkennbarer Zusammenhang

So sieht es aus, wenn man die Zufriedenheit mit der Gestaltung des Wohnumfelds in Abhängigkeit von der Dichte darstellt. Es gibt keinerlei erkennbaren Zusammenhang. Die Zufriedenheit ist sowohl im dörflichen Kappel als auch im sehr dichten Vauban sehr groß. Weniger zufrieden sind die Leute sowohl in Hochdorf als auch in Landwasser als auch in der Oberau – ähnliche Werte bei gänzlich anderen Dichten. Und sowohl in dicht- als auch weniger dichtbesiedelten Teilen des Stühlingers ist die Zufriedenheit – für Freiburger Verhältnisse – niedrig.
Es scheinen also andere Faktoren die Zufriedenheit mit dem Wohnumfeld zu beeinflußen. Einer dieser Faktoren ist – unüberraschend – das Vorhandensein von Armut im Stadtteil (hier mal operationalisiert als Anteil der Menschen, die von Hartz IV leben):

Hier ist ein deutlicher Zusammenhang zu erkennen (r=0,5). Das ist aus verschiedenen Gründen plausibel. Zum einen ist Armut mit einer geringeren Lebensqualität verbunden, die sich sicherlich auch auf die Bewertung des Wohnumfelds niederschlägt. Zum anderen kann sichtbare Armut von Dritten als Beeinträchtigung des Wohnumfelds wahrgenommen werden.
Fazit: Für einen Zusammenhang von Lebensqualität und Dichte kann ich keine Hinweise erkennen. Einen Zusammenhang gibt es aber zwischen der Lebensqualität und dem Anteil an Armut in verschiedenen Stadtteilen – wenig überraschend.

12Apr

In Emmendingen ist OB-Wahl…

Am 22. April ist in Emmendingen Oberbürgermeisterwahl. Neben Amtsinhaber Stefan Schlatterer (CDU) tritt für die Grünen Susanne Wienecke an. Ich finde es sehr gut, dass die Grünen eine Gegenkandidatin aufgestellt haben. Die guten Wahlergebnisse in Emmendingen bei den letzten Wahlen zeigen, dass viele Menschen in Emmendingen grün denken. Und bei der letzten OB-Wahl vor 8 Jahren hat es mit dem grünen Urgestein Oskar Kreuz der grüne Kandidat in den zweiten Wahlgang geschafft. Da ist es nur folgerichtig, eine Kandidatin ins Rennen zu schicken um Emmendingen grüner zu machen. Gut gefällt mir daher der Claim von Susannes Kampagne: “Mehr!” Mehr Emmendingen, mehr Klimaschutz usw.
Stefan Schlatterer setzt dem ein “bewegt” entgegen – damit meint er vermutlich, dass er bereits viel bewegt hat in seiner ersten Amtsperiode, verwunderlich finde ich, dass auf seiner Wahlkampfseite keine richtige Bilanz seiner ersten Amtszeit zu finden ist. Interessant finde ich, dass der online-Wahlkampf in Emmendingen gar keine Rolle spielt – keiner beiden ist in sozialen Netzwerken präsent, auch die Homepages sind sehr klassisch und ohne richtigen Rückkanal.
Als ich jüngst meine Eltern in Emmedingen besucht habe, habe ich die Wahlplakate fotographiert. Mir gefällt Susanne Wieneckes Wahlplakat eigentlich ganz gut: Sympathisches Bild, die Verbindung von Claim mit dem Photo finde ich auch ganz nett. Allerdings: Ein Plakat sollte rasch begriffen werden, der sprichwörtliche Autofahrer an der Ampel bekommt zwar “Mehr” mit, aber wird kaum zum Namen geleitet, der dann auf dem Stimmzettel steht. Ob Orange so eine glückliche Farbwahl ist, weiß ich auch nicht, steht ja eher für CDU und nicht gerade für “Grün”.
Auch Stefan Schlatterers Plakat ist für den sprichwörtlichen Autofahrer eher schlecht entzifferbar und von der Farbgestaltung viel zu unruhig.

02Apr

Colombipark und Dinnershows

Colombi Schlössle in FreiburgGestern im Gemeinderat habe ich zum Thema Dinnershows im Colombipark geredet. Die Badische Zeitung hat ja im Vorfeld berichtet, am Ende er Debatte stand ein erfolgreicher Änderungsantrag der Kulturliste, die Vergabe nur für 3 Jahre zu machen und Alternativen zu prüfen – dem haben wir gerne zugestimmt. Die Kollegen der Kulturliste waren allerdings so verduzt über ihren Erfolg, dass sie sich bei der Schlußabstimmung dann versehentlich enthielten. Hier die Rede:

Um es klar zu sagen: Es ist eine schöne Entwicklung, dass eine Dinnershow names Colombino sich hier in Freiburg hat etablieren können. Und für alle Freude des Varietes und des guten Essens ist es eine schöne Entwicklung, dass mittlerweile dieses Konzept auch in anderen Städten sein Publikum gefunden hat. Und es ist schön und ja nicht alltäglich, wenn es um Kultur geht, dass diese Kombination von Eßkultur und Variete die Stadt nichts kostet, sondern uns sogar noch Einnahmen beschert. Es ist daher keine Frage, dass wir für eine Fortführung der Dinnershows sind. Es ist auch keine Frage für uns, dass es der Sicherung der Qualität dieser Veranstaltung dient, den Veranstaltern Planungssicherheit für die nächsten 5 Jahre zu geben.

Offen ist aber, ob der aktuelle Standort eine gute Lösung ist. Für den aktuellen Standort spricht die Innenstadtnähe. Und was gegen den aktuellen Standort spricht, das lässt sich natürlich damit relativieren, dass ja die Nutzung auf zweieinhalb Monate im kalten Winter beschränkt ist. Denn gegen den Standort Colombipark gibt es gute Argumente.

Zum einen: Wie der Vorlage ja zu entnehmen ist, hat der Standort für potentielle Betreiber, die nicht in unmittelbarer Nähe über eine Küche verfügt, einen Nachteil: Vor Ort ist die Installation einer Vollküche nicht möglich.

Zum anderen: Gehen sie doch heute abend einmal vorbei am Colombipark: Ein wunderschönes Ensemble, denkmalgeschützt, nicht nur ein schöner Anblick, sondern ein historischer Ort. Die Erhebung des Colombiparks ist eines der letzten sichtbaren Überbleibsel der ehemaligen Festungsstadt Freiburg. Badischer Regierungssitz war das Colombischlössle nach dem zweiten Weltkrieg: Vor 60 Jahren residierte dort Staatspräsident Leo Wohleb. Und heute ist das Colombischlössle Sitz eines beliebten Museums, das die Ur- und Frühgeschichte unserer Heimat anschaulich vermittelt. Auch wenn sich das statistisch nicht nachweisen lässt, ist es doch plausibel anzunehmen, dass das Museum nicht davon profitiert, wenn es in den attraktiven Wintermonaten zugebaut ist.

Die Bedeutung des Colombiparks und des Schlösschens werden zunehmen: Wenn der Rotteckring umgestaltet ist. Denn ein Boulevard lebt auch davon, dass er interessante Blicke bietet – auf einen schönen Park und ein Freiburger Baudenkmal. Zudem: Der Park soll ja durch die Umgestaltung besser integriert werden, wenn der trennende Ring entfällt. In der erweiterten Innenstadt ist der Colombipark die einzige größere Grünanlage, ein bedeutender öffentlicher Raum.

Man kann die genannten Argumente sicherlich unterschiedlich gewichten und in unserer Fraktion gibt es folgerichtig auch unterschiedliche Positionen. Aber um eine sachgerechte Entscheidung über einen künftigen Standort zu ermöglichen, bedarf es aber klarer Alternativen. Die Verwaltung sollte daher die nächsten fünf Jahre nutzen, Alternativstandorte für eine Dinnershow aufzuzeigen.

 

26Feb

Und noch ‘ne ACTA-Rede

Am gestrigen Samstag habe ich bei der Anti-ACTA-Demo in Freiburg eine Rede gehalten – zwei Wochen nach der ersten Demo und meiner ersten Rede zum Thema. In Aalen hat übrigens Jörg Rupp, einer der Sprecher der UAG Netzpolitik der Grünen Baden-Württemberg gesprochen, und in Stuttgart Till Westermayer, dessen Anmerkungen zur ersten Protestwelle vor zwei Wochen immer noch lesenswert sind. An dieser Stelle nochmals der Hinweis auf die ACTA-Seite unseres Kreisverbands.

Liebe ACTA-Gegner_innen,

als ich vor zwei Wochen hier geredet habe, stand im Mittelpunkt ein NEIN. Denn wir haben gegen ACTA demonstriert und damit

  • Nein gesagt zu einem intransparenten und geheimverhandelnden Vertragswerk
  • Nein gesagt zur Durchsetzung von Urheberrechten mittels massiver Überwachungsstrukturen
  • Nein gesagt zu einer Einschränkung des Freiraums, welches das Internet für viele von uns ist.

Wir haben einiges erreicht: Über ACTA wird nun in jeder Zeitung, in jedem Fernsehsender berichtet. Auf unterschiedliche Weise: Entsteht hier eine neue politische Bewegung? Ist das heutige Urheberrecht noch zeitgemäss? Kann sich Politik noch Geheimverhandlungen erlauben? Auf jeden Fall: Es wird nicht mehr geschwiegen und das ist gut so.

Gut auch, dass nun der Europäische Gerichtshof prüfen soll, ob ACTA mit den Europäischen Grundrechten konform geht.

Gut auch, dass der Schleswig-holsteinische Landtag einstimmig gegen ACTA Stellung bezogen hat.

Nun könnten wir die Hände in den Schoß legen und darauf hoffen, dass ACTA stirbt. Aber was wäre gewonnen? Leute: Es geht doch nicht nur um ACTA. Vollkommen zurecht verweisen manche darauf, dass ACTA an unserer Rechtslage eigentlich gar nicht so viel ändern würde. Das Problem liegt woanders: In einem Urheberrecht und Verwertungsrechten, die aus dem Vor-Internet-Zeitalter stammen. Solange wir hier keine Reform hinbekommen, wird das nächste dumme Gesetz, das nächste dumme Abkommen, der nächste dumme Vertrag auf uns zukommen. Denn es geht um handfeste wirtschaftliche Interessen: Teile der Verwertungsindustrie haben das Internet schlicht verschlafen. ACTA ist eine Form von Protektionismus für jene Teile der Content-Industrie, die bisher gute Gewinne machen konnten und nun durch neue technische Möglichkeiten eine Krise ihres bisherigen Geschäftsmodells erleben. Märkte ändern sich und wer sich darauf nicht einstellt, der ist zumindest ein Stück selbst schuld daran. Und wenn ein neuer Markt entsteht, dann gibt es Verlierer und Gewinner. Wie wenig Verständnis die Verlierer dieses Prozesses für das Internet haben, sieht man z.B. an der Deutschen Content-Allianz. Vor 8 Tagen schreibt diese in einer Pressemitteilung von von „einer Generation, in der viele ohne jedes Unrechtsbewusstsein für “digitalen Diebstahl” aus Schule und Elternhaus in die große Welt des Internets entlassen worden seien“.

Sind wir etwa digitale Diebe ohne Unrechtsbewußtsein? Nein: Wir sind digital natives mit einem starken Bewußtsein für Bürgerrechte und Freiheit. Und deshalb demonstrieren wir nicht nur gegen ACTA, nein auch bei der Vorratsdatenspeicherung sind wir kritisch. Denn es geht uns nicht um free beer, sondern um free speech. Es geht nicht um Diebstahl, es geht um Freiräume und Freiheiten, die wir bedroht sehen.

Wie geht es weiter? Das Thema ist nun endlich in einer breiten Öffentlichkeit angekommen, nun gilt es am Ball zu bleiben. Meine Partei – die Grünen – unterstützen diese Proteste. Grüne Abgeordnete im Europaparlament und im Bundestag kämpfen gegen das Abkommen. Die Piratenpartei hat viel Arbeit in diese Demo heute gesteckt und informiert hier mit einem Stand – vielen Dank an dieser Stelle an Jan, den Bezirksverband Freiburg und den Freiburger Stammtisch für die tolle Demoorganisation. Die Linken unterstützen die Demo auch. Die Jusos haben vorhin gesprochen – hoffen wir, dass sie sich künftig innerparteilich stärker durchsetzen können, was Themen wie die Vorratsdatenspeicherung anbelangt.

Das ist alles schön, reicht aber nicht, denn in der Demokratie gilt immer noch das Mehrheitsprinzip. In eineinhalb Jahren ist Bundestagswahl, Parteien schreiben Programme. Mischt Euch ein, macht allen Parteien klar, wie wichtig ein freies Netz ist. In allen Parteien gibt es Leute, die unsere Unterstützung brauchen. Wir müssen die Chance nutzen, allen Bürger_innen in unserem Land klar zu machen, was das Internet für uns bedeutet und warum wir diesen Freiraum dringend benötigen. Deshalb: Diskutiert mit den Leuten, organisiert Informationsveranstaltungen. Geht zu allen Parteiveranstaltungen und macht den Leuten klar, wie wichtig dieses Thema ist. Und versucht vor allem die zu überzeugen, die gar nicht verstehen, worum es geht.

Vielen Dank

11Feb

Nein zu ACTA – Rede auf der Demo in Freiburg

Heute hatte ich die Ehre auf der sehr gut besuchten Anti-ACTA-Demo im Namen der Grünen reden zu dürfen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an die Organisatoren der Demo. Hier mein Redemanuskript:

Hallo,
ich freue mich, dass trotz des kalten Wetters so viele Menschen hier in Freiburg gegen ACTA demonstrieren – und bundesweit sind es es noch viel mehr. Gestern hat die Bundesregierung die Unterzeichnung des ACTA-Vertrages aufgeschoben. Ein guter Schritt. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben! Es kommt darauf an, in den nächsten Wochen dafür zu kämpfen, dass aus dieser Aufschiebung tatsächlich eine Aufhebung wird.

Liebe ACTA-Gegner_innen,
ACTA wurde lange geheimverhandelt – vorbei an Parlamenten und internationalen Organisationen. Nur auf wiederholten Druck aus der Grünen Europafraktion und einer aktiven Zivigesellschaft wurden Informationen offengelegt. Wir wollen keine Abkommen, die über den Kopf der Betroffenen hinweg mehr von Industrielobbies als von unseren gewählten Vertretern geschrieben werden. Das ist intransparent und undemokratisch. Und da sagen wir: Nein.

Liebe ACTA-Gegner_innen,
Ein Gutachten der Grünen Europafraktion hat gezeigt, dass ACTA Auswirkungen auf die Versorgung von Entwicklungsländern mit billigen Generika haben wird. Die Risiken, dass es durch ACTA zu einer Einschränkung der Produktion und Verbreitung von Generika kommt, sind enorm und können die Versorgung von Kranken in Entwicklungsländern massiv behindern – mit lebensbedrohlichen Folgen. Das ist inhuman. Und da sagen wir: Nein.

Liebe Acta-Gegner_innen,
es geht aber um mehr als um die Verhinderung eines Abkommens. Denn solange die Frage des Umgangs mit Urheberrechten im Internet nicht geklärt wird, werden die Kräfte in der Unterhaltungs- und Verwertungsindustrie auch weiterhin versuchen, ihre Vorstellungen durchzusetzen. Eine Übersetzung der alten Urheberlogik bedeutet aber im Internetzeitalter Überwachung und Überwachungsstrukturen. Und da sagen wir:Nein.

Liebe Acta-Gegner,
Wir wollen vielmehr einen fairen Interessenausgleich zwischen Urheberinnen, Usern und den Interessen der Allgemeinheit. Verschiedene Modelle werden hier diskutiert. Lasst uns dafür streiten, eine gute Lösung zu finden und damit ACTA entgültig ad acta zu legen.

Es ist es gut, dass soviele Menschen heute hier auf die Strasse gehen und ich hoffe wir werden künftig noch mehr sein. Um ein zeitgemässes Urheberrecht durchzusetzen, müssen wir nämlich aus dem Internet raus aus die Strasse. Wir müssen zeigen, dass das Thema uns alle angeht – nicht nur Nerds. Es ist ein kraftvolles Signal, dass von den heutigen Protesten ausgeht: Das die Netzgemeinde auch real-life eine ernstzunehmende Größe ist und ACTA noch verhindert werden kann. Packen wirs an!

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