Die ersten zehn

So die ersten zehn Filme sind gesehen, hier mal was zu den ersten vier. Bislang noch nichts richtig ärgerliches, aber noch nichts richtig beglückendes. In der gesehenen Reihenfolge:

El vuelco del cangrejo | Crab Trap (Forum): Ein junger Mann – man weiß nicht, warum er ubedingt in dieses Niemandsland will – kommt in ein kolumbianisches Fischerdorf. Und irgendwie will er dann auch ganz schnell wieder weg. Wahrscheinlich werden diese Warums irgendwann aufgeklärt, aber der – schön fotographierte – Film plätschert so dahin, dass dann doch mein Schlafdefizit gewann.

Kawa no soko kara konnichi wa | Sawako Decides (Forum): Eine junge Frau, die Pech mit den Jobs und den Männern hat. 5 Jahre Tokio, 5 Jobs, 5x sitzengelassen. Mit Nummer Sechs, einem wollstrickenden Öko, geschieden, kleine Tochter, kehrt sie zum kranken Vater zurück und bringt die heimische Muschelverpackungsfabrik wieder auf Vordermann. Mädchen wird starke Frau, aber irgendwie wussten die Filmemacher nicht, ob sie nun eine Komödie, ein Familienmelodram oder ein Frauenprotrait drehen wollten. Aber: Bislang der unterhaltsamste Film. Wäre was fürs Grüne Kino…

Neo-wa na-eui i-shib-il-seki | Our Fantastic 21st Century (Forum): Kleine, aber feine Studie über eine junge Frau in Korea, die für die erträumte Schönheitsoperation in ihrem Supermarktjob kleinere Betrügereien begeht, von ihrem Freund bestohlen wird usw. Deprimierend genau beobachtet. Bislang der beste Film.

Kenta to Jun to Kayo chan no kuni | A Crowd Of Three Japanisches Roadmovie um zwei Jugendfreunde, die sich – nachdem sie Büro und Auto ihres Chefs verwüstet haben – auf den Weg quer durch Japan machen. Wie eine Klette an Ihnen heftend eine junge Frau, die sich in den einen verliebt hat. Stellenweise fantastisch, ansatzweise komisch, wandelt sich der Film recht schnell dann doch zum Autorenthesenkino. Gut: Die Schauspieler, insbesondere das Mädel, gespielt von Ando Sakura, die man ja als fiese Koike aus „Love Exposure“ kennt und die hier einen ganz anderen Part hat. A propos „Love Exposure“: Wundert man sie dort, dass sich die vier Stunden, die der Film ging, wie zweieinhalb anschauen, ist „A crowd of three“ so zäh, dass man nach gefühlten drei Stunden nichts sehnlicher als den Abspann wünscht, aber dann kommt leider noch ein Blinker, und noch ein Blinker. Sicherlich die längsten 131 Minuten des Festivals…

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