Zehn Filme, Teil II

Mittlerweile sind es zwar mehr als zehn:
Kanikosen (Forum): Agitpropfilm von Sabu. Hatte mir mehr erwartet. Sabu wie immer sehr stilsicher, tolle Bilder, aber Eisenstein hat die Meßlatte, was Aguitprop anbelangt schon vor 80 Jahren so hoch gehängt, dass der Japaner die Latte reißt. Da helfen auch vereinzelte, ironische Szenen nicht.
Parade (Forum): 4 junge Leute in einer WG. Und ein fünfter Untermieter kommt dazu – für uns Europäer, die wir ja manchmal Probleme haben, die ganzen jungen Japanergesichter auseinanderzuhalten, sehr kompatibel gedreht, die Protagonisten sind auch durch Haarlänge und -färbung gut unterscheidbar. Kleine Geschichten, die sich sehr schön verschränken und Spannung aufbauen, denn ein Serienmörder ist unterwegs. Ob und wer aus der WG das ist, das errät man lange nicht. Leider habe ich die letzten zehn Minuten verpasst, um die letzte U-Bahn zu bekommen.
Congo in four Acts (Forum): Vier Kurzdokus über Kongo, ziemlich interessant, wenn man sonst nichts über das Land weiß.
Lohn der Angst (Retrospektive): Inhalt spare ich mir, einer der großen Filmklassiker. Und jeder sollte wissen, das der Film im Normalformat (1:1,37) ist und nicht Scope. Die Vorführer wussten es nicht und mussten erst durchs Publikum informiert werden. Peinlich. Und das bei der Retrospektive eines der größten Filmfestivals dieser Welt.
Iep! (Generation K+): Kinderfilm. Ein schräges älteres Ehepaar, der Mann findet ein seltsames Vogelmenschlein, das aber den Erziehungsversuchen der übermotivierten Mutter entfliegt, eine lustige Reise schließt sich an, das Vögelchen wieder zu finden. Herzig. Und holländisch ist einfach eine lustige Sprache.
Goruden Suramba | Golden Slumber (Panorama): JFK-Verschwörungstheorie auf japanisch. Ein Kurierfahrer wird verdächtigt, den Premier in die Luft gejagt zu haben, einzige Hilfe sind alte Schulfreunde und ein Serienkiller. Rasant und unterhaltsam.