Parteien, die ich bei der Landtagswahl nicht wählen werde und warum ich das nicht tun werde #1: Die Linke

Nun ja: Eine dämliche Serie, weil ich ja ohnehin weiß, was ich wähle und warum. Und wenig überraschend: Es wird der Kandidat von Bündnis 90/Die Grünen in meinem Wahlkreis Freiburg-Ost sein, nämlich Bio-Winzer Reinhold Pix. Das »Warum« wird die Tage noch nachgereicht. Bis dahin empfehle ich »Warum Grüne?«, mein Statement, warum Bündnis 90/Die Grünen die Partei meiner Wahl ist.

Also: Die Linke. Hätte ich nicht ohnehin gewußt, wen ich wählen werde, ich hätte nach der Lektüre des BZ-Artikels über den Wahlkampfauftakt der Linken gewußt, dass ich jedenfalls nicht Armin Wolff, Kandidat Freiburg-Ost, wählen würde. Zu lesen ist das, dass Herr Wolff sich an »beliebten Linken-Klischees« abgearbeitet hat:

»Ich lebe nicht von Hartz IV, habe keine langen Haare, keinen Karl-Marx-Gedächtnis-Bart und keine Nickelbrille«.

demo2Da hat der 42jährige Biologe zweifellos recht. Derartige Linken-Klischees findet man ja auch eher bei Grünen (siehe Bild. Hartz IV bezieht keiner der Abgebildeten. Reinhold Pix (ganz links) hat keine langen Haare. Ich (etwas weniger links im Bild) aber schon. Landesvorsitzender Chris Kühn (noch weniger links im Bild) hat auch keine langen Haare. Brillen haben wir alle. Und Chris Kühn und ich haben als examinierte Soziologen nicht nur ganz tolle Bärte, sondern Marx auch gelesen…). Aber eigentlich geht es hier nicht ums Äußere. Schlimm fand ich vielmehr folgendes:

Wolff (…) zeigt ein Motto-T-Shirt, mit dem er auf Kommunismus-Vorwürfe reagiere: » Die DDR war doof… Und die Stasi war ganz, ganz blöd!«

Damit ist das Problem der Linken gut auf den Punkt gebracht. Die DDR war eben nicht »doof«, sondern ein Unrechtsstaat, der seine eigenen Bürger_innen einsperrte, bei Fluchtversuchen erschoß und willkürlich Lebenschancen verwehrte. Und die Stasi nicht »ganz, ganz blöd«, sondern ein staatliches Repressionsorgan. Wer das nicht klar benennt, sondern vielmehr ins Lächerliche zieht, der ist offenbar nicht bereit, sich ernsthaft mit der Geschichte zu beschäftigen und klar Stellung zu elementaren Freiheitsrechten zu beziehen. (Und damit das nicht mißverstanden wird: Ich persönlich halte garnichts von einer Gleichsetzung von Kommunismus und den realexistiert habenden stalinistischen Ostblockgesellschaften. Die Aufregung um Gesine Lötzschs Aufsatz habe ich auch nicht so ganz nachvollziehen können.)