Colombipark und Dinnershows

Colombi Schlössle in FreiburgGestern im Gemeinderat habe ich zum Thema Dinnershows im Colombipark geredet. Die Badische Zeitung hat ja im Vorfeld berichtet, am Ende er Debatte stand ein erfolgreicher Änderungsantrag der Kulturliste, die Vergabe nur für 3 Jahre zu machen und Alternativen zu prüfen – dem haben wir gerne zugestimmt. Die Kollegen der Kulturliste waren allerdings so verduzt über ihren Erfolg, dass sie sich bei der Schlußabstimmung dann versehentlich enthielten. [Update 8.6.2012: Der Kollege Keller der Kulturliste hat mir mitgeteilt, dass sie sich mitnichten enthalten haben und ich mich wohl verguckt haben muß.  Mea Culpa!] Hier die Rede:

Um es klar zu sagen: Es ist eine schöne Entwicklung, dass eine Dinnershow names Colombino sich hier in Freiburg hat etablieren können. Und für alle Freude des Varietes und des guten Essens ist es eine schöne Entwicklung, dass mittlerweile dieses Konzept auch in anderen Städten sein Publikum gefunden hat. Und es ist schön und ja nicht alltäglich, wenn es um Kultur geht, dass diese Kombination von Eßkultur und Variete die Stadt nichts kostet, sondern uns sogar noch Einnahmen beschert. Es ist daher keine Frage, dass wir für eine Fortführung der Dinnershows sind. Es ist auch keine Frage für uns, dass es der Sicherung der Qualität dieser Veranstaltung dient, den Veranstaltern Planungssicherheit für die nächsten 5 Jahre zu geben.

Offen ist aber, ob der aktuelle Standort eine gute Lösung ist. Für den aktuellen Standort spricht die Innenstadtnähe. Und was gegen den aktuellen Standort spricht, das lässt sich natürlich damit relativieren, dass ja die Nutzung auf zweieinhalb Monate im kalten Winter beschränkt ist. Denn gegen den Standort Colombipark gibt es gute Argumente.

Zum einen: Wie der Vorlage ja zu entnehmen ist, hat der Standort für potentielle Betreiber, die nicht in unmittelbarer Nähe über eine Küche verfügt, einen Nachteil: Vor Ort ist die Installation einer Vollküche nicht möglich.

Zum anderen: Gehen sie doch heute abend einmal vorbei am Colombipark: Ein wunderschönes Ensemble, denkmalgeschützt, nicht nur ein schöner Anblick, sondern ein historischer Ort. Die Erhebung des Colombiparks ist eines der letzten sichtbaren Überbleibsel der ehemaligen Festungsstadt Freiburg. Badischer Regierungssitz war das Colombischlössle nach dem zweiten Weltkrieg: Vor 60 Jahren residierte dort Staatspräsident Leo Wohleb. Und heute ist das Colombischlössle Sitz eines beliebten Museums, das die Ur- und Frühgeschichte unserer Heimat anschaulich vermittelt. Auch wenn sich das statistisch nicht nachweisen lässt, ist es doch plausibel anzunehmen, dass das Museum nicht davon profitiert, wenn es in den attraktiven Wintermonaten zugebaut ist.

Die Bedeutung des Colombiparks und des Schlösschens werden zunehmen: Wenn der Rotteckring umgestaltet ist. Denn ein Boulevard lebt auch davon, dass er interessante Blicke bietet – auf einen schönen Park und ein Freiburger Baudenkmal. Zudem: Der Park soll ja durch die Umgestaltung besser integriert werden, wenn der trennende Ring entfällt. In der erweiterten Innenstadt ist der Colombipark die einzige größere Grünanlage, ein bedeutender öffentlicher Raum.

Man kann die genannten Argumente sicherlich unterschiedlich gewichten und in unserer Fraktion gibt es folgerichtig auch unterschiedliche Positionen. Aber um eine sachgerechte Entscheidung über einen künftigen Standort zu ermöglichen, bedarf es aber klarer Alternativen. Die Verwaltung sollte daher die nächsten fünf Jahre nutzen, Alternativstandorte für eine Dinnershow aufzuzeigen.