Freiburg wird fairtrade town !

Gerade habe ich im Gemeinderat zum Punkt „Vergabepraxis und nachhaltige kommunale Beschaffung 2012“ gesprochen. Schön, dass die Verwaltung unseren interfraktionellen Antrag übernommen hat und Freiburg sich auf den Weg macht „fairtrade town“ zu werden!

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, sehr geehrte Damen und Herren,

für knapp 260 Milliarden Euro kaufen deutsche Behörden jedes Jahr verschiedenste Güter – vom Bleistift bis zum Bücherbus. Ein enormes Marktvolumen, eine enorme Chance durch gezielten Einkauf etwas für die Einhaltung von ökologischen und sozialen Standards zu tun.

Wir freuen uns, dass die vorliegende Drucksache zeigt, dass die Stadtverwaltung Freiburg hier viel tut. So sind 10 neue Produktgruppen hinzugekommen, und die neue Richtlinie zum umweltfreundlichen Beschaffungswesen legt einen verstärkten Akzent auf Lebenszykluskosten.

Vieles davon – und das möchte ich besonders hervorheben – basiert dabei auf verwaltunginternen Dienstanweisen und Richtlinien. Dass diese auch ohne Gemeinderatsbeschlüsse immer weiter ausgebaut werden und Freiburg was nachhaltige Beschaffung geht, vorbildlich ist, das zeigt, das die Verwaltung nachhaltige Beschaffung zu ihrem eigenen Projekt gemacht hat. Dafür Dank und Lob.

Leider ist aufgrund ungenügender gesetzlicher Grundlagen gerade im Bereich sozialer Standards – und Nachhaltigkeit ist eben mehr als Umweltfreundlichkeit – vieles nicht umsetzbar. Gut, dass die neue grün-rote Landesregierung hier aktiv wird und ein Tariftreuegesetz plant. Was Grabsteine aus ausbeuterischer Kinderarbeit anbelangt, hat sich das beharrliche Nachhaken der Stadt bereits ausgezahlt: Dank eines jüngst verabschiedeten Gesetzes können wir demnächst unsere Friedhofsatzung entsprechend anpassen.

Lassen sie mich zum Schluß kurz auf den vorliegenden interfraktionellen Antrag kommen: Die Stadtverwaltung sieht zu recht einiges an dem Siegel »fairtrade towns« kritisch. Wir glauben aber, dass sich der Aufwand in Grenzen hält – auch aufgrund der Vorarbeit und des großen Engagements der Steuererungsgruppe Fairtrade Town. Dieses bürgerschaftliche Engagement möchten wir unterstützen. Denn bei aller Bedeutung der öffentlichen Hand und staatlichen Handelns: Die Green City basiert auch ganz stark auf den Bürger_innen, die aus eigenem Antrieb in Freiburg Solaranlagen bauen, regionale und ökologisch produzierte Produkte kaufen, sich für den Veggie-Tag engagieren oder eben sich dafür einsetzen, das Thema fairer Handel stärker in Freiburg publik zu machen.

Vielen Dank, dass die Verwaltung sich unseren guten Argumenten gebeugt hat und den interfraktionellen Antrag übernimmt!