Es geht voran mit Open Data in Freiburg

Heute wurde im Freiburger Gemeinderat eine Drucksache zum Thema „Open Government Data“ behandelt. Die Drucksache geht auf einen Antrag von mir und dem Kollegen Kai-Achim Klare von der SPD zurück. Zur Drucksache der Verwaltung haben wir einen Ergänzungsantrag gestellt, der von der Verwaltung übernommen wurde (Pressemitteilung hierzu). Hier meine heutige Rede:

 

Sehr geehrter Oberbürgermeister,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
sehr geehrte Damen und Herren,

kennen Sie das noch? (Ich hebe das Fahrplanheft der VAG 2013 hoch) Mittlerweile nutze ich das: (Ich hebe ein Handy hoch). Dank dem kleinen Taschencomputer muss ich nicht mehr lange hin und herblättern, um zu wissen, wann ich losfahren muss, um vom Vauban rechtzeitig zum Regionalverband nach Offenburg zu kommen. Und das tolle ist: Ich habe den Stadtverkehr in Offenburg auch mit dabei!
Und bei der Deutschen Bahn bekomme ich auch noch die Verspätungen angezeigt – auch nicht schlecht, wenn man nicht hetzen muss, sondern weiß, dass der Zug auf einen wartet.

Im Netz verfügbare Fahrplandaten sind also eine praktische Sache. Und sehr praktisch ist, dass sie maschinenlesbar sind, also ein kleines Programm, eine App mir die Daten nutzerfreundlich anzeigt.

Die Stadt stellt eine Fülle von Informationen bereit. Open Data, das bedeutet, möglichst viele dieser Informationen maschinenlesbar zur Verfügung zu stellen, so dass Dritte mit diesen Informationen einen Mehrwert zu schaffen. Einen Mehrwert durch benutzerfreundliche Apps. Oder einen Mehrwert durch neue Erkenntnisse durch Kombination von Daten oder deren gezielte Auswertung. Hierzu will ich zwei Beispiele bringen, eines aus Frankfurt, eines aus Freiburg:

In Frankfurt gibt es seit 2010 die Plattform Frankfurt Gestalten (www.frankfurt-gestalten.de). Auf dieser Website kann man sich über aktuelle Kommunalpolitik informieren. Man bekommt den Haushalt transparent dargestellt und kann sehr intuitiv schauen, wofür die Stadt ihr Geld ausgibt. Man kann schauen: Was für Stadtratsdrucksachen betreffen meinen Stadtteil. Welche Anfragen und Anträge haben die Parteien gestellt? Wäre das nicht auch in Freiburg toll?

Unsere Freiburger Statistikplattform ist vorbildlich. Und man glaubt garnicht, welche Daten darin schlummern, die man auch kommunalpolitisch nutzen kann. Als im letzten Herbst z.B. seitens des Lokalvereins behauptet wurde, die Bewohnerstruktur der Innenstadt würde sich ändern, habe ich mir in Fritz mal angeschaut, ob sich die Haushaltstypen dort verändert haben und ob tatsächlich der Familienanteil sich ändert. Das lässt sich mit den offen zugänglichen Daten in Fritz alles herausfinden. Die Bewohnerstruktur hat sich übrigens in den letzten 20 Jahren nicht verändert. Wenn FRITZ noch besser wird, werden vielleicht mehr Menschen diese Quelle nutzen – auch für die Badische Zeitung übrigens eine interessante Quelle.

Zwei Beispiele, die zeigen, was möglich wäre und was schon möglich ist.

Wir danken der Verwaltung, dass Sie die Anregung von Grünen und SPD, das Thema Open Data strategisch anzugehen nicht nur aufgegriffen hat, sondern auch dafür wie sie das getan hat. Es war sehr gut, dass Thema in einem breit angelegten Dialog aufzuarbeiten. Es hat mich als einer der Antragsteller sehr gefreut, dass aus allen Ämtern Mitarbeiter zu dieser Veranstaltung kamen und die Relevanz von Open Data für die Verwaltung erkannt haben. Es hat mich auch sehr gefreut, dass es mittlerweile auch eine Gruppe interessierter aus dem IT-Bereich gibt, die das Thema von bürgerschaftlicher Seite aus bearbeitet.

Die vorliegende Drucksache bringt Open Data in Freiburg deutlich voran: Dass nun eine Koordinationsstelle für das Thema eingerichtet wird, ist ein richtiger Schritt und die Schwerpunkte zunächst im Bereich von FRITZ und dem Bereich der Geodaten zu setzen, das unterstützen wir.

Unser Änderungsantrag setzt bei einem Thema an, bei dem Freiburg zwar auch schon gut aufgestellt ist, bei dem wir aber Verbesserungsmöglichkeiten sehen: Dem Ratsinformationssystem. Dort wird die politische Arbeit dokumentiert. Dort kann sich der Bürger informieren. Ein besseres Ratsinformationssystem bedeutet mehr Transparenz und mehr Beteiligungsmöglichkeiten. Denn Beteiligung setzt Information voraus. Wir freuen uns daher, dass unser Ergänzungsantrag von der Verwaltung übernommen wurde.

Ich fasse zusammen: Open Data bedeutet mehr Transparenz und Beteiligungsmöglichkeiten. Freiburg stellt sich dieser Aufgabe und hat mit der Drucksache, die wir heute verabschieden, einen großen Schritt nach vorne gemacht.