Bewerbung Landtagskandidatur Freiburg-Ost

Liebe Grüne Freundinnen und Freunde,

hiermit bewerbe ich mich für die Landtagskandidatur in Freiburg-Ost. Ich bin gebürtiger Freiburger, aufgewachsen in Herdern und Waldsee. Als ich sieben Jahre alt war, zogen meine Eltern nach Emmendingen, zum Zivildienst und Studium kam ich wieder nach Freiburg, lebe mittlerweile in Neu­burg und arbeite in der Wiehre. Seit September bin ich im Stadtrat in Freiburg. In meiner Freizeit wandere ich gerne durch den Schwarzwald. Kurz: Ich komme aus dem städtischen Teil des Wahlkrei­ses und ich liebe den ländlichen Teil des Wahlkreises.

Biographisches

Geboren bin ich 1972 in Freiburg, mein Vater ist US-Amerikaner und ich habe daher zwei Staatsbür­gerschaften. Zu Schule gegangen bin ich in Emmendingen, 1992 habe ich dort mein Abitur abgelegt. Während meiner Schulzeit habe ich mich in der Kirchengemeinde als Ministrant und Gruppenleiter engagiert, in der Schule in der Schülerzeitung und SMV. Mitglied bei den Grünen wurde ich nach der (verlorenen) Bundestagswahl 1990. Ich machte damals gerade mein Abi (Politik-LK), hatte einige Em­mendinger Grüne auf Demos und Mahnwachen gegen den ersten Golfkrieg kennen- und schätzenge­lernt. 1994 wurde ich in den Gemeinderat von Emmendingen gewählt.

1996 zog ich nach Freiburg und gab mein Mandat auf. Meinen Zivildienst leistete ich im Öko-Institut in Freiburg, im Anschluss studierte ich seit 1992 Chemie, seit 1996 Soziologie. Beides schloss ich 2002 als Magister ab. In Freiburg habe ich mich hochschulpolitisch in der Fachschaft Chemie engagiert und seit 1998 kulturell im studentischen aka-Filmclub. Mein Studium habe ich seit 1998 durch die Arbeit als Wissenschaftliche Hilfskraft in verschiedenen Forschungsprojekten in der Psychiatrischen Universi­tätsklinik finanziert. Seit 2001 arbeite ich im Kommunalen Kino mit, zunächst als Aushilfsvorführer, später im Programmausschuss ehrenamtlich und heute hauptamtlich im Büro.

Zu den Freiburger Grünen bin ich – wie knapp 15 Jahre früher zu den Grünen allgemein – nach einer Wahlniederlage gestossen. Nach dem Bürgerentscheid über den Wohnungsverkauf. Mein Anliegen war vor allem, meine kulturpolitische Kompetenz einzubringen. In Folge engagierte ich mich stark bei der Erstellung des Kommunalwahlprogramms und ich entschied mich, für den Freiburger Stadtrat zu kandidieren. Knapp wurde ich auf einen aussichtsreichen Listenplatz gewählt und seit September bin ich Stadtrat. Meine Schwerpunkte liegen im Bereich Kultur, Integration, Stadtentwicklung, ich bin Aufsichtsrat der VAG, Mitglied im Bau-, Verkehrs-, Stadtentwicklungs-, Personal-, Kultur- und Migra­tionsausschuß sowie in den Mitgliederversammlungen der Region Freiburg und des Zweckverbands Regionahverkehr. Seit 2008 bin ich im Kreisvorstand des KV Freiburg. Wenn mir Politik und Kino die Zeit lassen, wandere ich gerne und koche leidenschaftlich – am liebsten selbstgemachte Pasta.

Politisches

In Baden-Württemberg (aber nicht nur dort) liegt vieles im Argen – damit werden wir Kommunalpoli­tikerInnen ständig konfrontiert. Die Kommunen sind chronisch unterfinanziert; das Schulsystem – da sind wir Grünen uns mit vielen Experten einer Meinung – sozial ungerecht. Mappus und sein schwarzgelbes Gruselkabinett haben den Blick auf die Zukunft des Landes schon lange verloren. Die Zeit drängt aber – nicht nur beim Klimaschutz. Wer heute Hochschulen kaputt sparrt, dem werden später die nötigen Fachkräfte fehlen. Wer weiter auf ein sozial selektives Schulsystem setzt, der verweigert nicht nur Menschen Bildungschancen, sondern der verschenkt auch ein wichtiges Potential für dieses Land. Wer eine Gesellschaft der Vielfältigkeit durch eine kluge Integrationspolitik nicht unterstützt, der verkennt das (auch ökonomische) Potential von MigrantInnen in einer immer stärker verflochtenen Welt. Diese Regierung der verschenkten Chancen muss daher abgelöst werden durch eine Regierung mit Weitblick, die sich der Zukunft stellt statt diese ständig zu vertagen. Dies kann nur eine Regierung mit starker grüner Beteiligung sein.

Ich bin sehr froh darüber, dass in dieser Partei mittlerweile ein Kurs grüner Eigenständigkeit verfolgt wird. Grüne Eigenständigkeit ist für mich mehr als ein Formelkompromiss zwischen denen, die rot­grünroten Träumen nachhängen, und jenen, die auf schwarzgrün hoffen. Denn es geht nicht um die (teilweise doch wohl eher nur gefühlte) Nähe zu irgendwelchen anderen Parteien, sondern darum in welchen Konstellationen wir unsere Programmatik, unsere grüne Grundidee einer solidarischen, öko­logischen, nachhaltigen Gesellschaft, die den Menschen möglichst viele Freiheiten lässt, gesellschaft­lich nicht nur durchsetzen, sondern vielmehr so verankern können, dass sie auch den nächsten Regie­rungswechsel überdauert. Alles andere wäre nicht nachhaltig. Wie schnell grüne Politik rückgängig gemacht werden kann, das sehen wir zur Zeit an der drohenden Revision des Atomausstiegs im Großen und an der Renaissance der Getränkedose im Kleinen.

Wir wollen nicht der Juniorpartner von irgendeiner anderen Partei sein, sondern unsere Themen, un­sere Ideen müssen aus eigener Kraft mehrheitsfähig werden. Für uns als Partei kann das nur heißen, dass wir – ohne unsere angestammten WählerInnenmilieus uns zu entfremden – auch für andere WählerInnenmilieus wählbar sein müssen. Damit ist nicht gemeint, dass wir unsere grünen Inhalte re­lativieren oder gar ausverkaufen, sondern vielmehr, dass wir sie besser und anders vermitteln müssen – und als Personen – denn Politik ist immer auch durch Personen geprägt – auch in bürgerliche, sozial­demokratische usw. Kreise anschlussfähig werden. Mit einem polternden Oppositionsstil wird uns nicht gelingen, die aktuell ja hervorragenden Umfrageergebnisse auch in hervorragende Wahlergeb­nisse umzumünzen und erstmals Grüne Erstmandate in Baden-Württemberg zu erringen.

Am 22. Juli habt ihr die Wahl, wer bei der nächsten Landtagswahl für die Grünen in Freiburg-Ost an­treten wird. Ich habe mich entschieden, zu kandidieren. Nicht von langer Hand geplant, sondern kurz­fristig. Politik ist für mich nicht Karriere, sondern eine Möglichkeit sich mit seinen Talenten einzubrin­gen. Ich würde gerne für diesen Wahlkreis meine Talente einbringen und bitte Euch um Eure Stimme bei der Nominierung.