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Rede #3: Volle Gebühren für Waffenkontrollen

Schußwaffen sind eine gefährliche Erfindung. Sie wurden zu einem Zweck erfunden: Effektiver und schneller zu töten – und das aus Entfernung.

Nun sagt mancher: Waffen töten nicht, Menschen töten. In den richtigen Händen ginge von einer Schußwaffe keine Gefahr aus. Aber was sind richtige Hände? Amokläufe wie in Winneden, Emsstetten oder jüngst in Lörach zeigen: Leicht geraten auch legale Waffen in die falschen Hände. Sei es, dass Waffen von denen mit den vermeintlich richtigen Händen nicht sicher gelagert werden. Sei es, dass sich – wie jüngst in Lörach – die richtigen Hände doch als die falschen erweisen. Denn das ist das gefährliche: Ein Mensch kommt in eine Krise, er verändert sich, ein Wunsch zu Töten entsteht aus welchen psychischen Lagen heraus auch immer. Und er hat Zugang zu einer effektiven Tötungsmaschine, die es ihm erlaubt viele Leben zu gefährden. Die beste Prävention: Wenn es gar keine Schusswaffen gäbe.

Wünschenswert wäre daher eine Gesellschaft, die so weit das möglich ist, waffenfrei ist. Und wo das nicht geht, muß eben möglichst genau hin geschaut werden, dass die Waffen nicht in die falschen Hände geraten. Wer – sei es aus beruflichen, sei es aus anderen Gründen – Schußwaffen besitzt, steht daher in einer besonderen Verantwortung der Gesellschaft gegenüber.

Die sichere Aufbewahrung von Waffen ist dem Pflichtenkreis des Waffenbesitzers zuzurechnen – so die vorliegende Drucksache. Die Verwaltung kommt folgerichtig zum Schluß: Eine kostendeckende Gebühr ist zulässig. Auf Kosten der allgemeinen Bürgerschaft – also auch derer, die keine tödlichen Waffen ihr eigen nennen – Gebühren zu ermässigen, braucht schon sehr gute Argumente. Diese sehen wir aus drei Gründen nicht:

  1. Umgerechnet kostet die geplante verdachtsunabhängige Kontrolle den Waffenbesitzer rund einen Euro in der Woche. Angesichts der sonstigen mit Waffenbesitz verbundenen Kosten für Waffen, Aufbewahrungsschränke und vor allem Munition, ist dies nicht unangemessen hoch. Das sind je nach Munition vier bis zwei Schuß pro Woche weniger. Niemand muß wegen dieses Betrags seine Waffen aufgeben. Wer es dennoch tut: Gut so, jede Waffe, die nicht mehr im Umlauf ist, macht unsere Stadt sicherer.
  2. Die Verwaltungsvorlage hält eine volle Belastung derer für »nur schwer vermittelbar«, die pflichtgemäß ihre Waffen sichern verwahren. Das wäre nachvollziehbar, wenn für jene, die nicht die nötige Sorgfalt beim Umgang mit tödlichen Schußwaffen pflegen, der gleiche Betrag anfiele. Denn dann gäbe es ja keinen Anreiz mehr, seine Pflichten als Waffenbesitzer gewissenhaft nachzukommen. Ein Abstand ist aber ohnehin gewahrt: Denn wer seinen Pflichten versäumt,muß empfindliche Bußgelder zahlen. Kein Grund also für eine Ermässigung.
  3. Was für ein Signal setzen wir mit einer Subventionierung von Waffenbesitz? Dass es förderungswürdig ist, Schußwaffen zu besitzen? Das kann und darf angesichts der Gefährlichkeit dieser Waffen kein Ziel unserer Stadtgesellschaft sein. Und erlauben Sie mir als US-Amerikaner, der ich ja auch bin, anzumerken:Ich bin sehr froh in einer Gesellschaft zu leben, die mit Waffenbesitz aufgeklärter und vernünftiger umgeht als die USA.

Ich habe vorher schon einmal betont: Wir wollen eine Gesellschaft, die möglichst waffenfrei ist. Eine Ermässigung von Gebühren – oder gar eine Umwälzung der Kosten auf die Allgemeinheit, wie sie ausgerechnet Sozial- und Freidemokraten hier fordern – wäre daher das falsche Signal. Denn Waffenbesitz ist nicht im Interesse unserer Gesellschaft, nicht im Interesse unserer Stadt. »Schwer vermittelbar« sind nicht die geplanten Gebühren, schwer vermittelbar ist es, Waffenbesitz mit 45.000 € oder nach dem Willen der SPD noch viel höheren Beträgen aus dem städtischen Haushalt zu subventionieren. Diese Mittel fehlen uns im nächsten Haushalt. Und diese Mittel wären in anderen Bereichen – im Sozialen, im Kulturellen, im Bereich der Bildung oder des Umweltschutzes besser und nachhaltiger angelegt. Wir beantragen daher eine Gebührenkalkulation mit vollem Kostendeckungsgrad und bitten um Zustimmung zu unserem interfraktionellen Antrag.

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18Sep

100000+ und es war super!

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Viele Grüne Fahnen. Da weiß man warum man in der richtigen Partei ist. Übrigens: Wir freuen uns über jedes neue Mitglied.

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Mit dabei auch drei Männer mit schönen Bärten und Brillen: Reinhold Pix, MdL, unser Landtagskandidat für Freiburg-Ost, myself und Landesvorsitzender Chris Kühn.

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Und noch mehr Südbadener: Landesvorsitzende Silke Krebs und Alex Bonde , MdB, unser Haushaltsexperte.

Die Demo war beeindruckend, die Stimmung super und ein Super-Auftakt für einen heißen Herbst. Daß die Laufzeitverlängerung in der Bevölkerung keinen Rückhalt hat, wird hoffentlich auch endlich im Kanzleramt verstanden.

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17Sep

Kunst statt Müll.

fewthings

Das Mietshaus, in dem ich lebe, hat in den letzten zehn Jahren mehrfach den Eigentümer gewechselt. Ursprünglich hat es mal einer Versicherung gehört, dann einer Privatperson und mittlerweile sitzt unser Vermieter in Irland. Mit den Eigentümerwechseln hat sich auch die Bewohnerschaft massiv geändert. Waren wir früher – von den Mansardenzimmern mal abgesehen – die einzige WG im Haus, so sind heute ein Großteil der anderen Wohnungen studentisch bewohnt. Teilweise natürlich zimmerweise vermietet, weil man so ganz elegant am Mietspiegel vorbei horrende Mieten erzielen kann. Mit dem mittlerweile kompletten Wechsel in der Bewohnerschaft hat sich nicht nur die Lärmbelastung erhöht, weil natürlich Studis auch gerne feiern. Das stört mich nicht. Geändert hat sich auch – auch weil seitens des Eigentümers/des Verwalters/des Hausmeisters wohl kein gesteigertes Interesse an der Durchsetzung der Hausordnung haben – der Zustand des Treppenhauses. Dieses wird kaum noch gereinigt und der Staub bildet mittlerweile schöne Flusen. Das sieht nicht schön aus. Nicht schön auch, wenn Hausmüll tage- oder wochenlang im Flur liegen bleibt, oder irgendwelche Rückstände von Parties die Fensterbretter aufhübschen. Meistens nehme ich das garnicht mehr wahr, aber manchmal ärgere ich mich richtig. Und irgendwie ist es auch nicht so toll, wenn man mal Besuch hat und der von einem derart dreckigen Treppenhaus empfangen wird. Gestern ist mir dann eine gute Idee gekommen: Wenn ich den Müll nicht mehr als solchen wahrnehme, kann ich mich nicht mehr über diesen ärgern. Einfach umlabeln. Also habe ich kleine Schildchen gebastelt, ein Plakat entworfen und aus dem Treppenhaus einfach eine Kunstausstellung gemacht. Mal ganz davon abgesehen, dass das Spaß gemacht hat: Es ist ja auch ganz witzig, zu schauen bzw. sich vorzustellen, wie damit Leute irritiert werden. Interessant finde ich, dass die Dose auf dem Fensterbrett (siehe Bild) und der Müll auf Treppenstufe 1 (siehe Bild) ratzfatz verschwunden sind. Kunst scheint flüchtiger zu sein als Müll.

picknick

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20Jul

Ich bin Landtagsabgeordnetenkandidatskandidat

Am Donnerstag abend wählen die Grünen ihren Landtagsabgordnetenkandidaten für den Wahlkreis Freiburg-Ost. Es tritt an: Der bisherige Landtagsabgeordnete Reinhold Pix. Ich habe mich entschieden auch zu kandidieren, am Montag ging mein Bewerbungsschreiben ans Grüne Büro und von dort per mail an die Grünen Mitglieder. Entgültig entschieden habe ich mich vor knapp drei Wochen, aber ein Bewerbungsschreiben für ein wichtiges öffentliches Amt braucht dann doch seine Zeit. Ich hasse Bewerbungsschreibenschreiben und in eigener Sache Werbung zu machen fällt mir zugegebenerweise schwer. Auch einer der gründe, warum ich mich bei den Grünen so wohl fühle: Weil dort Inhalte und kluge politische Konzepte im Vordergrund stehen und Politik nie in dem Maße personalisiert war, wie in anderen Parteien.
Die nächste Landtagswahl wird spannend werden, die schwarzgelbe Regierung um CDU-Ministerpräsidenten Mappus und Justizminister Revolver-Goll ist den Herausforderungen, die sich Baden-Württemberg stellen, nicht gewachsen. Ich möchte meinen Beitrag zu einer starken grünen Landtagsfraktion leisten und ich glaube, dass ich die nötigen Skills und eine gehörige Portion Leidenschaft für Grüne Politik mitbringe.

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19Jul

MigrantInnenbeiratswahl: Wie ich beinahe nicht wählen durfte und dann nach langem Warten ein sehr durchwachsenes Ergebnis rauskam.

Sonntag war Wahltag. Nicht nur in Hamburg, wo leider die schwarz-grüne Bildungsreform in einem ihrer Kernpunkte eine herbe Niederlage einstecken mußte. Da muß ich nicht auch noch was dazu schreiben, der Kommentar in der heutigen taz sagt dazu alles, was man in der ersten runde dazu sagen kann.

Sonntag war Wahltag auch in Freiburg. Gewählt wurde der neue MigrantInnenbeirat der Stadt, ich hatte ja hier auch schon geschrieben, warum das eine wichtige Wahl ist. Für mich selber lief die Wahl etwas schräg ab: Die Registrierung – hatte ich schon berichtet – war vollkommen problemlos und sehr bürgerInnenfreundlich. Ich bin um 11 Uhr in mein Wahllokal gegangen – ich war der achte Wähler an diesem morgen, die Damen und der Herr vom Wahllokal waren richtig froh drüber, mal wieder was zu tun zu haben. Während ich den Stimmzettel ausfülle, dann die Botschaft, ich sei garnicht im Wählerverzeichnis und dürfe nicht wählen. Man habe grade im Wahlamt angerufen. “Nun”, sagte ich, auf dieser Wahlbenachrichtung stehe aber, ich sei eingetragen. Man wollte mich schon unverrichteten Wahlakts zum Fahnenbergplatz schicken, doch dann kam ein Rückruf vom Wahlamt. Ich sei wohl doch eingetragen und so durfte ich wählen. In der Tat stand ich auf der Liste, nur war die Liste der registrierten (und nicht automatisch benachrichtigten WählerInnen) eben ganz hinten angeheftet…

Am Abend dann die Ergebnisverkündung. Ich ging – so hatte man mir das mitgeteilt – davon aus, dass so gegen acht Uhr erste Ergebnisse vorliegen. Gedauert es dann bis um 23 Uhr, bis das vorläufige Ergebnis (PDF) mitgeteilt wurde. Eine Verzögerung, die man gerne in Kauf genommen hätte, wenn es denn an der hohen Wahlbeteiligung gelegen hätte. Daran lags leider nicht. Die Wahlbeteiligung ist mit 6,1% ähnlich niedrig wie bei der letzten Wahl (6,4%). Es lag daran, dass enorm viele Briefwahlstimmen abgegeben wurden. Seitens des Wahlamts wurden zwar die AuszählerInnen für die beiden Briefwahlbezirke erhöht, aber offensichtlich nicht in dem Maße, dass eine Ergebnisbekanntgabe zu einer vernünftigen Zeit ermöglicht hätte. So standen wir – leider war als einziger weiterer Stadtrat nur mein Fraktionskollege Ibrahim Sarialtin zugegen, ansonsten viele KandidatInnen der acht Listen, die zur Wahl standen sowie Sozialbürgermeister Ulrich von Kirchbach – reichlich uninformiert herum.

Das Ergebnis ist durchwachsen. Es ist schade, dass nicht mehr Menschen zur Wahl gingen, eine Steigerung der Wahlbeteiligung hätte dem MigrantInnenbeirat sicherlich mehr Gewicht und Legitimation gegeben. Aber: Das Wetter war gut und im Juli findet in Freiburg so viel statt, dass der Wahlkampf der sehr engagierten Listen für den Beirat leider unterging. Eine der zentralen Informationsveranstaltungen ausgerechnet auf den Halbfinalabend zu legen, war sicherlich auch nicht so gut. Das Wahlergebnis selbst: Positiv ist, dass viele der acht Listen nun auch im Beirat vertreten sind und einige neue Leute mit guten Ideen den Beirat bereichern können. Es kommt nun darauf an, das Engagement der letzten Wochen seitens aller KandidatInnen auch in eine starke politische Stimme seitens des MigrantInnenbeirats umzuwandeln. Ich bin sehr gespannt, wie das mit den Gewählten gelingt, und freue mich schon auf die Zusammenarbeit mit dem neuen MigrantInnenbeirat.

Ansonsten gilt natürlich das, was für alle Wahlen gilt: Man muß sich das Wahlergebnis nochmals genau anschauen und daraus für die nächste Wahl seine Schlüsse ziehen. Erstmalig war bei dieser Wahl auch eine Briefwahl möglich, die sehr gut angenommen wurde – 39% waren BriefwählerInnen, das sind rund doppelt so viele wie bei den letzten Kommunalwahlen oder bei der OberbürgermeisterInnenwahl. Die Briefwahlergebnisse weichen stark von den Ergebnissen der Wahllokale ab, offenbar wurde von einigen Listen mit Erfolg für die Briefwahl geworben.

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