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28Feb

Tücken der Vereinfachung

Auch zu Landtagswahl gibt es wieder einen Wahl-O-Mat. Bei mir kommt – wenig überraschend – raus, dass Grüne auf Platz 1 sind. Überraschend finde ich allerdings immer wieder, dass andere Parteien wie Linke, Piraten, SPD auch recht gut abschneiden, man beim Wahl-O-Maten das Gefühl hat, wir befänden uns noch in der guten alten Zeit zweier politischer Lager. Meines Erachtens liegt das an der Fragenauswahl und an der Vereinfachung der Fragen. So habe ich zum Beispiel bei der Frage nach der Abschaffung der Gewerbesteuer NEIN angekreuzt. Kein Wunder, als Kommunalpolitiker will man kaum auf eine kommunale Steuerquelle verzichten. Hinter dem Nein befinden sich aber ganz unterschiedliche Positionen. So wollen die Grünen die  Gewerbesteuer weiterentwickeln

Statt die Gewerbesteuer abzuschaffen, soll sie zu einer kommunalen Wirtschaftssteuer erweitert werden. Da dann auch z.B. Freiberufler wie Ärzte und Rechtsanwälte einbezogen sind, wird die Steuer weniger konjunkturanfällig. Nur so kann die Investitionsfähigkeit der Städte und Gemeinden künftig stabilisiert werden. Bei gleichem Aufkommen kann dabei der Steuersatz für den einzelnen Betrieb sinken – darüber entscheidet die jeweilige Gemeinde. (Quelle: Wahl-O-Mat)

Ähnliches fordert auch die SPD. Die Linke will die Gewerbesteuer durch eine “konjunkturunabhängigen Gemeinwohlsteuer” ersetzen. Die CDU gibt an, die Gewerbesteuer nicht gegen den Willen der Kommunen abschaffen zu wollen, aber eine große Gemeindefinanzreform anzustreben. Letzteres strebt auch die FDP an, die als einzige Partei die Gewerbesteuer nicht “fortentwickeln”, sondern abschaffen will (dafür aber den Kommunen andere Steuertöpfe und Steuerungsmöglichkeiten anbietet). Die Piratenpartei hingegen zeigt, dass sie offensichtlich keine Ahnung von der Finanzierung der Kommunen hat:

Wir wollen Kommunen ausreichend Finanzmittel zur Verfügung stellen, damit diese ihre Aufgaben ordnungsgemäß erfüllen und eigenständig politisch handeln können. Nur über die Gewerbesteuer können die Gemeinden selbst entscheiden. Deswegen käme eine Abschaffung einer Verringerung der Eigenständigkeit der Gemeinden gleich.(Quelle: Wahl-O-Mat)

Man fragt sich: Ist das Ja/Nein zur Gewerbesteuer tatsächlich der entscheidende Punkt? Oder liegen die Konfliktlinien nicht wo ganz anders? Ab wann ist eine “Fortentwicklung” eine Abschaffung, ab wann nicht? Vereinfachung ist tückisch. Zu mal der Wahl-O-Mat nicht gerade bedienerfreundlich ist, wenn man die detaillierteren Stellungnahmen der Parteien sehen möchte (von denen man leider auch nicht erfährt, wie sie legitimiert sind: Ist ja schon ein Unterschied, ob etwas auf einem Wahlprogramm basiert oder nicht).

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25Feb

Parteien, die ich bei der Landtagswahl nicht wählen werde und warum ich das nicht tun werde #2: Piratenpartei

Die Piratenpartei ist eine junge Partei und hatte vor zwei Jahren (Europawahl) vor allem dank Zensursula von der Leyen eine gewisse Öffentlichkeit erreicht. Seitdem wurde das Programm übers Netzpolitische (das sich heute wie damals kaum von Grünen Positionen unterscheidet) hinaus erweitert, aber zu zentralen landespolitischen Fragen wie zum Beispiel zum Themenfeld Interkultur/Integration äußert sich die Piratenpartei nicht oder vergleichsweise knapp (z.B. Wirtschafts- und Sozialpolitik). Nun gibt es die Partei noch nicht allzu lange, das erklärt sicherlich die fehlende Programmatik in zentralen Politikfeldern. Man wählt also auch programmatisch die Katze im Sack.

Darüber hinaus stellt sich die Frage, ob die rasche programmatische Erweiterung nicht zu Lasten der Qualität geht. Vielleicht wäre es gut gewesen, sich erst mal auf die Punkte zu konzentrieren, bei denen man sich wirklich gut auskennt. Die Verkehrspolitik scheint jedenfalls nicht dazuzugehören, wie man an dem hier verlinkten Statement des Freiburger Kandidaten Fabian Baur sehen kann. Statt munter draufloszuschwadronieren, wäre es doch ehrlicher zu sagen, dass man offensichtlich keine Ahnung über Finanzierung und Kostenstruktur des ÖPNV hierzulande hat. Gesunder Menschenverstand allein reicht eben nicht aus: Man muß sich auch kundig machen. Aber nun gut: Junge Partei und die machen das ja auch alle ehrenamtlich (der zweite Punkt gilt allerdings für jede andere Partei cum grano salis auch) und die Piraten scheinen ja auch ganze nette Menschen zu sein.

Warum also – mal von unvollständigen Programm und vielleicht doch nicht so ganz geeignetem Personal abgesehen – nicht Piraten wählen? Weil eine Stimme für die Piratenpartei eine verschenkte Stimme ist. Nach den 2,1% im traditionell experimentierfreudigen Hamburg ist es höchst unwahrscheinlich, dass die Piraten ausgerechnet in einem doch eher konservativem Flächenland wie Baden-Württemberg über die 5%-Hürde kommen. Und das heißt: Jede Stimme, die an die Piratenpartei geht, ist eine Stimme, die einem Regierungswechsel weg von der CDU fehlen wird. Mappus könnte am Ende der Piratenpartei den Verbleib im Amt verdanken.

Soweit die kurzfristige Perspektive. Die langfristige ist: Die Piratenpartei wählen, damit Wahlkampfkostenerstattung fließt und die Partei sich langsam etabliert und vielleicht in fünf Jahren in den Landtag kommt. Gerne ziehen die Piraten das Beispiel der Grünen heran. Die Geschichte wird dann so erzählt: Die Grünen hätten ja anfangs auch nur ein Thema gehabt (Umwelt), dieses sei bei den anderen Parteien sträflich vernachlässigt gewesen, und sie hätten auch eine ganze Zeit gebraucht, bis sie in den Parlamenten vertreten gewesen wären. Nette Geschichte, die aber drei Fehler hat. Zum einen hatten die Grünen anfangs nicht nur ein Thema, sondern mehrere. In den Grünen haben sich verschiedene soziale Bewegungen gebündelt, nicht nur die Umweltbewegung, sondern auch die Friedensbewegung, Anti-AKW-Bewegung, Dritte-Welt-Bewegung und Frauenbewegung. Diese Themen wurden auch nach außen kommuniziert, so finden sich von Anfang an nicht nur umweltpolitische Plakate, sondern auch solche mit anderen inhaltlichen Schwerpunkten. Auch in den grünen Programmen findet sich diese Vielfalt – eben die berühmten Grundsäulen »ökologisch, sozial, basisdemokratisch, gewaltfrei«.

Zum zweiten: Ja seinerzeit war das Thema Umwelt (und vor allem die anderen Grünen Themen) bei allen anderen Parteien sträflich vernachlässigt, das stimmt so weit. Die Parallele zu den Piraten stimmt aber nicht. Denn Netzpolitik ist bei den Grünen auch schon vor dem Entstehen der Piraten nicht vernachlässigt gewesen. Das Entstehen der Piraten hat das Thema aber innerparteilich sicherlich wichtiger werden lassen, insofern muß man den Piraten dankbar sein. Ein Alleinstellungsmerkmal haben die Piraten aber nicht – wohingegen die Grünen dieses mit dem Umweltthema jahrzehntelang hatte und vielleicht sogar immer noch haben.

Zum dritten: Die Grünen haben eben nicht lange gebraucht, auch parlamentarisch vertreten zu sein. Im Gegenteil: Sie waren rasch in verschiedenen Parlamenten vertreten (z.B. in Baden-Württemberg im Landtag 1980 mit 5,3%). Die Piratenpartei hingegen konnte sich seit der Europawahl kaum verbessern und bis auf zwei kommunale Mandate in NRW konnte meines Wissens noch nichts geentert werden (vielleicht kommen ja in Hamburg noch zwei, drei Bezirksbeiräte hinzu).

Zwei wesentliche Punkte werden aber bei dem schiefen Vergleich zwischen Grünen anno 1979 und Piraten anno 2009 immer unterschlagen und das sind mE die eigentlich entscheidenden Punkte: Zum einen wurden die Grünen von politisch bereits vorerfahrenen Leuten gegründet, die entsprechende Kenntnisse des politischen Feldes und Organisationskompetenz mitbrachten – sei es aus der Arbeit in Bürgerinitiativen oder in K-Gruppen. Zum anderen sind die Grünen von Anfang an eine Partei mit starker Verankerung in der Kommunalpolitik gewesen und vor Ort stark gewesen – was auch damit zusammenhängt, dass sich die grünen Kernthemen wie Gleichstellung, Demokratie, Bürgerbeteiligung und Umwelt eben sehr gut auch kommunal bearbeiten lassen und sicherlich für viele Grüne auch die konkrete Situation vor Ort ein Grund war, sich politisch zu betätigen. Den Grünen gelang es daher auch rasch kommunale Mandate zu erzielen. Die Piratenpartei findet hingegen kommunalpolitisch nicht statt. Das liegt sicherlich daran, dass das ursprüngliche Kernthema – Internetpartei – kein lokales ist. Aber als Partei, die sich mittlerweile generell um Themen wie Bürgerbeteiligung, Transparenz und Freibeitsrechte kümmern möchte, ist es schon ein Armutszeugnis, dass man sich kommunal garnicht einbringt. Jedenfalls findet sich auf der Homepage der Freiburger Piraten im letzten dreiviertel Jahr kein einziges kommunalpolitisches Statement – dort finden sich im Wesentlichen Berichte übers Plakatieren, Unterschriftensammeln, Teilnahme an überparteilichen Initiativen.

Summasummarum: Nichts deutet darauf hin, dass es den Piraten tatsächlich gelingt, irgendwann einmal die 5%-Hürde zu überspringen. Wähler_innen sei empfohlen, ihr Kreuz woanders zu machen. Mitglieder der Piraten sollten sich überlegen, ob sie ihre Zeit und Energie nicht lieber in anderen Parteien einbringen möchten. Insbesondere bei CDU, SPD, Linke und FDP wäre ein wenig mehr Sachverstand bezüglich Bürgerrechte und Netzpolitik eine gute Sache, aber GRÜNs freuen sich natürlich auch über engagierte Neumitglieder.

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23Feb

Parteien, die ich bei der Landtagswahl nicht wählen werde und warum ich das nicht tun werde #1: Die Linke

Nun ja: Eine dämliche Serie, weil ich ja ohnehin weiß, was ich wähle und warum. Und wenig überraschend: Es wird der Kandidat von Bündnis 90/Die Grünen in meinem Wahlkreis Freiburg-Ost sein, nämlich Bio-Winzer Reinhold Pix. Das »Warum« wird die Tage noch nachgereicht. Bis dahin empfehle ich »Warum Grüne?«, mein Statement, warum Bündnis 90/Die Grünen die Partei meiner Wahl ist.

Also: Die Linke. Hätte ich nicht ohnehin gewußt, wen ich wählen werde, ich hätte nach der Lektüre des BZ-Artikels über den Wahlkampfauftakt der Linken gewußt, dass ich jedenfalls nicht Armin Wolff, Kandidat Freiburg-Ost, wählen würde. Zu lesen ist das, dass Herr Wolff sich an »beliebten Linken-Klischees« abgearbeitet hat:

»Ich lebe nicht von Hartz IV, habe keine langen Haare, keinen Karl-Marx-Gedächtnis-Bart und keine Nickelbrille«.

demo2Da hat der 42jährige Biologe zweifellos recht. Derartige Linken-Klischees findet man ja auch eher bei Grünen (siehe Bild. Hartz IV bezieht keiner der Abgebildeten. Reinhold Pix (ganz links) hat keine langen Haare. Ich (etwas weniger links im Bild) aber schon. Landesvorsitzender Chris Kühn (noch weniger links im Bild) hat auch keine langen Haare. Brillen haben wir alle. Und Chris Kühn und ich haben als examinierte Soziologen nicht nur ganz tolle Bärte, sondern Marx auch gelesen…). Aber eigentlich geht es hier nicht ums Äußere. Schlimm fand ich vielmehr folgendes:

Wolff (…) zeigt ein Motto-T-Shirt, mit dem er auf Kommunismus-Vorwürfe reagiere: » Die DDR war doof… Und die Stasi war ganz, ganz blöd!«

Damit ist das Problem der Linken gut auf den Punkt gebracht. Die DDR war eben nicht »doof«, sondern ein Unrechtsstaat, der seine eigenen Bürger_innen einsperrte, bei Fluchtversuchen erschoß und willkürlich Lebenschancen verwehrte. Und die Stasi nicht »ganz, ganz blöd«, sondern ein staatliches Repressionsorgan. Wer das nicht klar benennt, sondern vielmehr ins Lächerliche zieht, der ist offenbar nicht bereit, sich ernsthaft mit der Geschichte zu beschäftigen und klar Stellung zu elementaren Freiheitsrechten zu beziehen. (Und damit das nicht mißverstanden wird: Ich persönlich halte garnichts von einer Gleichsetzung von Kommunismus und den realexistiert habenden stalinistischen Ostblockgesellschaften. Die Aufregung um Gesine Lötzschs Aufsatz habe ich auch nicht so ganz nachvollziehen können.)

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18Feb

Stadt soll Sam¡Basta!-Trommeln zurückgeben!

Seit dem 10. Dezember sind sie ohne Instrumente: Die Musiker_innen von Sam¡Basta!. Beschlagnahmt wurden die Instrumente im Rahmen der Proteste gegen den deutsch-französischen Gipfel in Freiburg. Begründet wurde die Beschlagnahme wohl damit, dass die Musik der Gruppe versuchte Körperverletzung sei. Das ist absurd. Musikalische Untermalung von Demos ist nun wirklich nichts neues und ganz gewiß kein Freiburger Phänomen. Ich selbst habe vergangenen September auf der großen Anti-Atom-Demo diverse Sambagruppen erlebt – die dortige Polizei hatte keine Probleme damit.

Die beschlagnahmten Instrumente sind mittlerweile bei der Stadtverwaltung eingelagert. Diese will sie nur gegen eine Kaution wieder an die Eigentümer_innen zurückgeben. 20 Stadträt_innen aus verschiedenen Fraktionen fordern mittlerweile die bedingungslose Rückgabe. Unabhängig davon haben 9 Stadträt_innen von Junges Freiburg/Die Grünen in einem Brief an den OB und das Amt für Öffentliche Ordnung unsere Position zur Handhabung des Demonstrationsrechts (dass nämlich kreative Aktionsformen wie z.B. Sambagruppen dazugehören) formuliert und die Forderung nach einer bedingungslosen Herausgabe gestellt.

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10Jan

Und wieder: Kulturhauptstadt

Und wieder einmal wurde im Gemeinderat über eine potentielle Kulturhauptstadtsbewerbung diskutiert. Die Sitzungsunterlagen finden sich übrigens immer im Ratsinformationssystem. Leider kann man nicht direkt auf einzelne Sitzungsunterlagen verlinken. Meine Rede für unsere Fraktion:

Sehr geehrter Oberbürgermeister, liebe Kolleginnen und Kollegen, sehr geehrte Damen und Herren,
Ende April haben wir zuletzt hier über die Vorbereitungen einer möglichen Bewerbung der Stadt Freiburg als »Kulturhauptstadt Europas« diskutiert. Ich habe mich seinerzeit skeptisch über den Stadt der Vorbereitungen und damit den Sinn einer Bewerbung geäußert. Die Skepsis bleibt auch nach dieser aktuellen Vorlage. Denn eine schlüssige Leitidee fehlt immer noch. Dazu später mehr.
Liest man die Vorlage, so wird versucht, den Mangel an einem guten und interessanten Konzept zu kaschieren, indem nicht-belegbare Hoffnungen geweckt werden und eine uneingeschränkt positive Bewertung einer potentiellen Kulturhauptstadt Freiburg vorgenommen wird.
Da ist die Rede von einem »einmaligen Konjunkturprogramm« – wie dieses aber finanziert werden soll, darauf werden wir nach fast zwei Jahren auch weiterhin warten müssen. Wie nachhaltig solche Konjunkturprogramme sind, ist ohnehin unklar. Nach der großen Party 2010 stehen jedenfalls im Ruhrgebiet Sparrunden und die Diskussionen um Theaterschließungen wieder auf der Tagesordnung.
Da ist die Rede von einer »einmaligen Perspektive zur Neudefinition der Rolle, die Kunst und Kultur künftig spielen können« – als hätten wir kein Kulturkonzept für Freiburg, an dessen Umsetzung wir immer noch arbeiten. Aufs fehlende Geld will ich hier garnicht eingehen.
Kurz: Chancen werden benannt, Risiken nicht. An der Börse würde man davon sprechen, »Anlegerphantasien« zu wecken.
Würden wir am Anfang stehen, dann könnte man ja darauf setzen, dass dem Hochjubeln der blossen Idee schon noch Substanz folgt. Allein: Wir sind nicht am Anfang. Wir betreiben die Vorbereitung der potentiellen Bewerbung seit zwei Jahren. 60.000 € hat der Rat seinerzeit dafür bewilligt.
Und wo stehen wir nach diesen zwei Jahren?
Die »Leitidee« hat sich seit dem ersten Entwurf von Anfang des Jahres kaum weiterentwickelt. Wie bereits im damals eingebrachten Diskussionspapier vebirgt sich unter dem Motto »Kultur der Stadt« – was für eine originelle und augenfällig auf Freiburg passenden Leitidee – verbirgt sich unter dem Motto »Kultur der Stadt« ein Gemischtwarenladen. Für die Grünen ist »Nachhaltigkeit« prominent platziert, der SPD wird das »Soziale« gefallen, die CDU am »Oberrheinischen Humanismus« sich erfreuen und die Erwähnung von Lord Dahrendorf wird seinen Schüler Nikolaus von Gayling erfreuen – wenn er sich denn nur überhaupt für die Idee einer Kulturhauptstadt Freiburg erwärmen könnte.
Das vorliegende Konzept einer Leitidee versucht es allen irgendwie recht zu machen. Vielleicht geht das auch garnicht anders, wenn so viele Ämter und Interessen eingebunden werden. Ein Sammlung guter Einzelansätze macht aber noch lange keine gute Leitidee. Und der Hut »Kultur der Stadt«, der dieser Sammlung übergestülpt ist, mag zwar alles umfassen und damit irgendwie »passen«. Aber passt er auch für Freiburg? Oder könnte sich nicht vielmehr auch jede andere Stadt mit »Kultur der Stadt« bewerben?
Wir können leider seit dem Arbeitspapier vom März kaum Fortschritte in Richtung einer Konkretisierung der Leitidee einer möglichen Bewerbung erkennen. Und wir sind gespannt, ob diese Konkretisierung bis zur nächsten Diskussion hier im Rat gelingt.

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