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17Feb

Zehn Filme, Teil II

Mittlerweile sind es zwar mehr als zehn:
Kanikosen (Forum): Agitpropfilm von Sabu. Hatte mir mehr erwartet. Sabu wie immer sehr stilsicher, tolle Bilder, aber Eisenstein hat die Meßlatte, was Aguitprop anbelangt schon vor 80 Jahren so hoch gehängt, dass der Japaner die Latte reißt. Da helfen auch vereinzelte, ironische Szenen nicht.
Parade (Forum): 4 junge Leute in einer WG. Und ein fünfter Untermieter kommt dazu – für uns Europäer, die wir ja manchmal Probleme haben, die ganzen jungen Japanergesichter auseinanderzuhalten, sehr kompatibel gedreht, die Protagonisten sind auch durch Haarlänge und -färbung gut unterscheidbar. Kleine Geschichten, die sich sehr schön verschränken und Spannung aufbauen, denn ein Serienmörder ist unterwegs. Ob und wer aus der WG das ist, das errät man lange nicht. Leider habe ich die letzten zehn Minuten verpasst, um die letzte U-Bahn zu bekommen.
Congo in four Acts (Forum): Vier Kurzdokus über Kongo, ziemlich interessant, wenn man sonst nichts über das Land weiß.
Lohn der Angst (Retrospektive): Inhalt spare ich mir, einer der großen Filmklassiker. Und jeder sollte wissen, das der Film im Normalformat (1:1,37) ist und nicht Scope. Die Vorführer wussten es nicht und mussten erst durchs Publikum informiert werden. Peinlich. Und das bei der Retrospektive eines der größten Filmfestivals dieser Welt.
Iep! (Generation K+): Kinderfilm. Ein schräges älteres Ehepaar, der Mann findet ein seltsames Vogelmenschlein, das aber den Erziehungsversuchen der übermotivierten Mutter entfliegt, eine lustige Reise schließt sich an, das Vögelchen wieder zu finden. Herzig. Und holländisch ist einfach eine lustige Sprache.
Goruden Suramba | Golden Slumber (Panorama): JFK-Verschwörungstheorie auf japanisch. Ein Kurierfahrer wird verdächtigt, den Premier in die Luft gejagt zu haben, einzige Hilfe sind alte Schulfreunde und ein Serienkiller. Rasant und unterhaltsam.

15Feb

Die ersten zehn

So die ersten zehn Filme sind gesehen, hier mal was zu den ersten vier. Bislang noch nichts richtig ärgerliches, aber noch nichts richtig beglückendes. In der gesehenen Reihenfolge:

El vuelco del cangrejo | Crab Trap (Forum): Ein junger Mann – man weiß nicht, warum er ubedingt in dieses Niemandsland will – kommt in ein kolumbianisches Fischerdorf. Und irgendwie will er dann auch ganz schnell wieder weg. Wahrscheinlich werden diese Warums irgendwann aufgeklärt, aber der – schön fotographierte – Film plätschert so dahin, dass dann doch mein Schlafdefizit gewann.

Kawa no soko kara konnichi wa | Sawako Decides (Forum): Eine junge Frau, die Pech mit den Jobs und den Männern hat. 5 Jahre Tokio, 5 Jobs, 5x sitzengelassen. Mit Nummer Sechs, einem wollstrickenden Öko, geschieden, kleine Tochter, kehrt sie zum kranken Vater zurück und bringt die heimische Muschelverpackungsfabrik wieder auf Vordermann. Mädchen wird starke Frau, aber irgendwie wussten die Filmemacher nicht, ob sie nun eine Komödie, ein Familienmelodram oder ein Frauenprotrait drehen wollten. Aber: Bislang der unterhaltsamste Film. Wäre was fürs Grüne Kino…

Neo-wa na-eui i-shib-il-seki | Our Fantastic 21st Century (Forum): Kleine, aber feine Studie über eine junge Frau in Korea, die für die erträumte Schönheitsoperation in ihrem Supermarktjob kleinere Betrügereien begeht, von ihrem Freund bestohlen wird usw. Deprimierend genau beobachtet. Bislang der beste Film.

Kenta to Jun to Kayo chan no kuni | A Crowd Of Three Japanisches Roadmovie um zwei Jugendfreunde, die sich – nachdem sie Büro und Auto ihres Chefs verwüstet haben – auf den Weg quer durch Japan machen. Wie eine Klette an Ihnen heftend eine junge Frau, die sich in den einen verliebt hat. Stellenweise fantastisch, ansatzweise komisch, wandelt sich der Film recht schnell dann doch zum Autorenthesenkino. Gut: Die Schauspieler, insbesondere das Mädel, gespielt von Ando Sakura, die man ja als fiese Koike aus “Love Exposure” kennt und die hier einen ganz anderen Part hat. A propos “Love Exposure”: Wundert man sie dort, dass sich die vier Stunden, die der Film ging, wie zweieinhalb anschauen, ist “A crowd of three” so zäh, dass man nach gefühlten drei Stunden nichts sehnlicher als den Abspann wünscht, aber dann kommt leider noch ein Blinker, und noch ein Blinker. Sicherlich die längsten 131 Minuten des Festivals…

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04Feb

Endlich im Kino: Love Exposure

Letztes Jahr hatte ich die große Ehre auf der Berlinale Mitglied der Jury zu sein, die den Caligaripreis vergibt. Die Berlinale hat mehrere Sektionen, für unsere filmkulturelle Arbeit im Kommunalen Kino ist das “Forum” – früher “Internationales Forum des Jugen Films” – die spannendste. Im “Forum” gibt es am meisten zu entdecken, was ästhetisch und inhaltlich neue Wege des Films anbelangt. Und der Caligaripreis ist der Hauptpreis für einen Film des Forums. 2009 wurde “Love Exposure” ausgezeichnet, ein vierstündiger Film des japanischen Regisseurs Sion Sono. Glücklicherweise wurde der Film auch rasch von dem deutschen Verleih rapideyemovies, der sich auf das asiatische Kino spezialisiert hat, übernommen. Da es gar nicht so einfach ist, einen Vierstunden-Film unterzubringen und es nur eine einzige deutsche 35mm-Kopie des Films gibt, hat es etwas gedauert, bis wir den Film hier in Freiburg auf die Leinwand bringen konnten. Aber nun läuft er, am 6., 26. und 28. Februar. Und man sollte diesen grandiosen, fast vierstündigen, aber keine Minute langweiligen Film, nicht verpassen!

Eine Inhaltsangabe erspare ich mir und verweise auf die treffende Filmkritik von Mitjuror Rüdiger Suchsland in der FAZ. Und wer einen ersten Eindruck wünscht, hier ist der Trailer:

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=dpnumSh9t5A[/youtube]

20Nov

Die Woche im Rat: Verkehrspolitik von Gestern.

Die Woche in Zahlen:

  • 3 Stunden Gemeinderat mit Drucksachen im Gewicht von 780g.
  • 3 Stunden Bauausschuss mit Drucksachen im Gewicht von 1084g.
  • 2,5 Stunden Fraktionssitzung
  • 4,5 Stunden Arbeitskreis- o.ä. Sitzungen
  • 3 Stunden Infoveranstaltung für Aufsichtsräte
  • 1,5 Stunden sonstiger Rathaustermin
  • 2,5 Stunden Kreismitgliederversammlung

Was die Woche gut war: die Informationsveranstaltung, die die Stadtverwaltung für die Aufsichtsräte organisiert hat, war sehr interessant und lehrreich. Und auch nötig: Demnächst steht die erste Aufsichtsratssitzung bei der VAG an.

Was die Woche nicht gut war: Die Entscheidung zu den Gutleutmatten. Demnächst startet der Wettbewerb zu diesem Wohnquartier, dass in Haslach entstehen soll, und im Rat wurden die Eckpunkte des Wettbewerbs diskutiert. Für uns ein Anliegen (siehe auch unseren Brief an die Verwaltung): Das Verkehrskonzept. In einem vom ÖPNV sehr gut angebundenen und kleinen  Quartier wie den Gutleutmatten wäre aus grüner Sicht eigentlich sinnvoll geworden, 100% Stellplatzfreiheit zu fordern (das heißt: Stellplätze nicht direkt bei/unter den Wohneinheiten, sondern  in Quartiersgaragen am Rand des Quartiers). Zum Ein- und Ausladen wäre natürlich möglich, vors eigene Haus/die eigene Wohnung zu fahren. Aber den Großteil der Zeit würden die Wege im Viertel den Menschen zurückgegeben und Spiel und Lebensort. Wie klasse sowas ist, sieht man im Vauban. Mit einer schlauen Planung wären die Wege von der Wohnung zur Quartiersgarage maximal 150m. (Davon kann übrigens meine Lebensgefährtin nur träumen – oft muß sie das Auto wesentlich weiterweg parken… wir wohnen am Rande der Innenstadt.) Gefordert haben wir 75% Stellplatzfreiheit (im Vauban sind es knapp 50%). Außer der UL haben alle Fraktionen und Gruppierungen (auch die sich ja immer gern als besser Grüne gerierenden GAFfer) unseren Antrag abgelehnt. Das heißt: 25% Stellplatzfreiheit ist nun die Vorgabe – gerade mal die Hälfte vom Vauban. Eine verpasste Chance und Verkehrspolitik von Gestern.

19Nov

Piraten machen aus Kirchbach General!

Seit der Europawahl schaue ich abundzu auf der Seite der Freiburger Piratenpartei vorbei, zum einen finde ich es spannend, eine Partei über ein Wiki zu organisieren, zum zweiten habe ich bei fudder mit einem der Piraten recht konstruktiv diskutiert – da scheinen also auch Leute dabei zu sein, die ganz vernünftig sind, zum dritten finde ich es ganz interessant zu beobachten, wie sich die Partei nun nach dem Wahlkampf-Adrenalin und im langweiligen Tagesgeschäft weiterentwickelt. Als grüner Kommunalo finde ich es auch interessant, dass es mittlerweile eine AG Lokalpolitik gibt und überlegt wird, bei der OB-Wahl mitzumischen und man daher schon mit der potentiellen Feindbeobachtung anfängt. Witzig, was die Piraten, die sich ja als besonders webkompetent geben, über unseren Kultur- und Sozialbürgermeister und SPD-OB-Kandidaten schreiben:

Ulrich von Kirchbach (SPD)

  • Geboren 1956
  • Jurist
  • 1998 auf Anregung von Helmut Kohl zum Generalinspekteur der Bundeswehr berufen. Trat sein Amt erst nach Regierungsübernahme von Rot/Grün an! Nach nur einem Jahr im Amt beantragte er bei Verteidigungsminister Rudolf Scharping zum 20. Juni 2000 die Versetzung in den einstweiligen Ruhestand. Dies löste in den Medien umfangreiche Spekulation um interne Konflikte zwischen von Kirchbach und Scharping aus!

(Quelle: Piraten Partei Freiburg)

Die harten Facts über von Kirchbach stammen wortwörtlich aus der Wikipedia, aber man hat sich da wohl einen Hans-Peter für einen Ulrich vormachen lassen.

UPDATE: Die Piraten haben ihre Seite mittlerweile geändert, hier die alte Version.

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