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CDU
18Jan

Zwei Fliegen mit einer Klappe: CDU-Wimpel statt Iranfahne.

Oberbürgermeister Dr. Salomon hat in seiner Neujahrsansprache deutlich gemacht, dass es Freiburg eigentlich ganz gut geht: Die Steuerquellen sprudeln, der Bund und das Land kommen endlich ihrer Pflicht, die Kommunen bei Kinderbetreuung und Soziallasten zu unterstützen nach und so muss sich die Stadt entgegen der Haushaltsplanung 2011/12 nicht weiter verschulden. Dennoch gibt es große Aufgaben: Kinderbetreuung weiter ausbauen, Sanierung von Schulen und Infrastruktur und vor allem: Wohnraum schaffen. Denn die Mieten sind hoch in Freiburg und der Zuzug ist ungebrochen. So viel zu den wahren Problemen von Freiburg.

Die CDU setzte da in der ersten Januarwoche ganz andere Akzente. Zum einen geht es mal wieder um die Städtepartnerschaft mit der iranischen Stadt Isfahan. Denn an eine Brücke in Freiburg hatte man die Staatsflaggen aller Länder gehängt – darunter eben auch die iranische. Und das ist natürlich ganz schlimm.  Und die Geschichte ging weiter: Irgendjemand hat die Fahne eigenmächtig abgehängt und die Linksjugend hat ein Ersatzfähnchen gehisst. Den aktuellen Stand der Flaggenfarce fasst Frau Höhl von der BZ gut zusammen.

Aber damit nicht genug. Schon im alten Jahr war die CDU einem Skandal auf der Spur: Nicht nur das eine Veranstaltungsreihe zu Tschernobyl in Freiburg, an der auch das Kulturamt beteiligt war, sich von der grün-nahen Böll-Stiftung sponsern lies, nein auch das Freiburger Theater lies sich in seinem (mE ziemlich schlechten, Till Westermeier hatte es besser gefallen) GRÜNEN-Stück auch von den Bölls Referenten zahlen. Und nun auch noch ein Kongress zusammen mit der Böll-Stiftung, wo auch Grüne PolitikerInnen dabei sein werden! Die Parteipolitische Gewichtung ist erneut in Freiburg massiv in Gefahr, nachdem der Wähler schon im März die Frechheit besessen hat, aus zwei CDU-Direktmandaten zwei Grüne zu machen…

Vorschlag zur Güte: Wir beflaggen die Kaiserbrücke mit CDU-Wimpeln, damit wäre sowohl das Flaggenproblem gelöst als auch ein fairer Ausgleich für die politische Ungleichgewichtung des Stadttheaters und der Freiburger WählerInnen gegeben. Darüberhinaus könnte ja das Stadttheater nach “Die Grünen. Eine Erfolgsgeschichte” das Stück “Die CDU. Ein Kasperltheater” auf den Spielplan nehmen. Aus den gesammelten Anfragen und Offenen Briefen können die Dramaturgen sicherlich einen höchst unterhaltsamen Text sampeln…

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28Feb

Tücken der Vereinfachung

Auch zu Landtagswahl gibt es wieder einen Wahl-O-Mat. Bei mir kommt – wenig überraschend – raus, dass Grüne auf Platz 1 sind. Überraschend finde ich allerdings immer wieder, dass andere Parteien wie Linke, Piraten, SPD auch recht gut abschneiden, man beim Wahl-O-Maten das Gefühl hat, wir befänden uns noch in der guten alten Zeit zweier politischer Lager. Meines Erachtens liegt das an der Fragenauswahl und an der Vereinfachung der Fragen. So habe ich zum Beispiel bei der Frage nach der Abschaffung der Gewerbesteuer NEIN angekreuzt. Kein Wunder, als Kommunalpolitiker will man kaum auf eine kommunale Steuerquelle verzichten. Hinter dem Nein befinden sich aber ganz unterschiedliche Positionen. So wollen die Grünen die  Gewerbesteuer weiterentwickeln

Statt die Gewerbesteuer abzuschaffen, soll sie zu einer kommunalen Wirtschaftssteuer erweitert werden. Da dann auch z.B. Freiberufler wie Ärzte und Rechtsanwälte einbezogen sind, wird die Steuer weniger konjunkturanfällig. Nur so kann die Investitionsfähigkeit der Städte und Gemeinden künftig stabilisiert werden. Bei gleichem Aufkommen kann dabei der Steuersatz für den einzelnen Betrieb sinken – darüber entscheidet die jeweilige Gemeinde. (Quelle: Wahl-O-Mat)

Ähnliches fordert auch die SPD. Die Linke will die Gewerbesteuer durch eine “konjunkturunabhängigen Gemeinwohlsteuer” ersetzen. Die CDU gibt an, die Gewerbesteuer nicht gegen den Willen der Kommunen abschaffen zu wollen, aber eine große Gemeindefinanzreform anzustreben. Letzteres strebt auch die FDP an, die als einzige Partei die Gewerbesteuer nicht “fortentwickeln”, sondern abschaffen will (dafür aber den Kommunen andere Steuertöpfe und Steuerungsmöglichkeiten anbietet). Die Piratenpartei hingegen zeigt, dass sie offensichtlich keine Ahnung von der Finanzierung der Kommunen hat:

Wir wollen Kommunen ausreichend Finanzmittel zur Verfügung stellen, damit diese ihre Aufgaben ordnungsgemäß erfüllen und eigenständig politisch handeln können. Nur über die Gewerbesteuer können die Gemeinden selbst entscheiden. Deswegen käme eine Abschaffung einer Verringerung der Eigenständigkeit der Gemeinden gleich.(Quelle: Wahl-O-Mat)

Man fragt sich: Ist das Ja/Nein zur Gewerbesteuer tatsächlich der entscheidende Punkt? Oder liegen die Konfliktlinien nicht wo ganz anders? Ab wann ist eine “Fortentwicklung” eine Abschaffung, ab wann nicht? Vereinfachung ist tückisch. Zu mal der Wahl-O-Mat nicht gerade bedienerfreundlich ist, wenn man die detaillierteren Stellungnahmen der Parteien sehen möchte (von denen man leider auch nicht erfährt, wie sie legitimiert sind: Ist ja schon ein Unterschied, ob etwas auf einem Wahlprogramm basiert oder nicht).

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03Mrz

Rockt ein Popbeauftragter?

Da ist die CDU mal wieder besser informiert als ich: Angeblich fordern wir Grünen nun einen Pop-Rock-Beauftragten. Aha. Meines Wissens nach haben wir in Folge einer für uns sehr anregenden Veranstaltung der Freiburger Rock/Pop/Jazzszene eine Anfrage an die Stadtverwaltung gestellt, die zum Punkt “Rock-Pop-Beauftragten” wie folgt lautet:

Während der Veranstaltung wurden von den Veranstaltern zwei Vorschläge eingebracht: 1. (…) und 2. eine/n Rock- und Pop-Beauftragte/n zu ernennen. (…) Die Verwaltung soll ferner ihre Position zu einer/einem Rock- und Popbeauftragten darlegen. Wir bitten darum, in anderen Städten (Mannheim, Heidelberg, Tübingen, Konstanz und Stuttgart) zu erfragen, wie dort Rock- und Popmusik gefördert werden, welche Konzepte vorliegen, welche Haushaltsmittel zur Verfügung stehen, und ob Rock- und Pop-Beauftragte eingesetzt sind.

Ich bin schon sehr gespannt auf die Antworten der Verwaltung, die leider erst im Juni erfolgen soll. Ob ein Rock-Pop-Beauftragter tatsächlich die Lösung der Probleme ist, mit denen die Szene in Freiburg zu kämpfen hat, sei dahingestellt. Ich selbst stehe Institutionalisierungsprozeßen immer sehr skeptisch gegenüber, aber angesichts des starken Wunsches aus der Szene selbst nach einem solchen Beautragten sollte man doch zumindest mal abwarten, was die Stadtverwaltung an Erfahrungen aus anderen Kommunen berichten wird. Vielleicht begreifen dann auch die kulturpolitischen Sprecher der Freiburger Christdemokraten, dass ein Rock-Pop-Beauftragter ganz andere Aufgaben als die blosse Beratung des Kulturausschusses hat – auch wenn zumindest der christdemokratische Teil des Gremiums ja in der Tat hohen Beratungsbedarf hat. Z.B. was die Differenz zwischen Anfrage und Forderung anbelangt…

Ein hervorragender Artikel hierzu übrigens in der heutigen Badischen.

Update: Und ein schöner Kommentar dazu auch noch in der Badischen: Mangelnde Sachkenntnis

Update 2: Radio Dreyeckland hat das Thema auch aufgegriffen und mich kurz befragt. TV Südbaden wird auch drüber berichten. Danke an dieser Stelle an die CDU, dass sie das Thema so gut in die Presse gebracht hat – wir Grünen wollten erstmal die Diskussion im Kulturausschuß im Juni abwarten. Insofern hat das ganze auch recht wenig mit dem von RDL vermuteten Wahlkampf-Odem zu tun, bitterlich beschwert darüber, dass das Kulturamt aufgrund der anderen laufenden Arbeiten erst dann das Thema fundiert aufbereiten kann, hat sich meines Wissens bislang niemand. Übrigens ist das ganze auch ein schönes Lehrstück in Web 2.0-Angelegenheiten: Würde Daniel Sander nicht jede Pressemitteilung so schön twittern, hätte ich gestern Nacht das Thema garnicht bloggen können und wäre heute morgen bei RDL erstmal auf dem Schlauch gestanden…

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13Sep

Wir haben die Kraft für ein neues Miteinander.

TV-Duell: Langweilig. Zwei KandidatInnen, die am liebsten wohl weitermachen wollen. Da passen die beiden Großplakate vor meiner Haustüre ganz gut. Am Ende absichtlich nebeneinander geklebt?

grossekoalition

Die ModeratorInnen des Duells übrigens wirklich unterirdisch.

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24Jun

Die Partei kann richtig lustig sein!

Richtig amüsiert habe ich mich über den Artikel Völlig Irre! Parteien wollen grün werden. Bitte mehr davon… (oder hätten wir unseren Kommunalwahlkampf vielleicht auch mal besser mit solchen Beiträgen aufpeppen sollen, statt immer nur die ernste Programmpartei zu geben?)

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